Der Anfang

Die Entstehung der "Arbeitsgruppe Familienforschung" bis zum Arheilger Geschichtsverein

von Else Dann

Das Jubiläumsfest "115o Jahre Arheilgen" wurde im Jahre 1986 von den Arheilgern begeistert gefeiert. Der Höhepunkt des Festes war ein historischer Festzug, der in bunter Reihe den Ablauf zahlreicher geschichtlicher Ereignisse der Vergangenheit darstellte, eine vorzügliche historische Information.

Vertieft wurde dies noch durch drei Ausstellungen, die sich alle diesem Thema widmeten. Es waren dies:"Alt-Arheilgen" (Wilhelm Andres), Wanderausstellung "Hexen" (Carl-Ulrich-Schule) und "Alte Arheilger Familien" (Walter Weber und Georg Mampel).

Es beteiligten sich bei dem Fest vor allem die ortsansässigen Vereine, die Schulen, die Kirchen und viele kompetente Personen, die bereit waren, Zeit, Kraft und Ideen zur Verfügung zu stellen. Die Organisation lag bei dem damaligen Bürgermeister und späteren Oberbürgermeister der Stadt Darmstadt, Peter Benz, sowie bei dem damaligen Arheilger Bezirksverwalter Harald Rack.

Als das Fest vorüber war, hatte man erkannt, in welch eine bewegte Geschichte das Dorf Arheilgen eingebettet und wie viel davon noch ungeklärt war. Die damals achtköpfige Arbeitsgruppe Familienforschung, die gemeinsam die Ausstellung "Alte Arheilger Familien " erarbeitet hatte, beschloss weiter zu forschen. Die Ausstellung hatte in grafischer Form die Strukturen der zahlreichen alteingesessenen Arheilger Familien, die zurück gingen bis in die Zeit der Reformation, gezeigt und diese mit Dokumenten, Fotos und Texten, die das zeitgeschichtliche Umfeld erläuterten, aufgewertet. Es wurde deutlich, dass Familienforschung "Geschichte der kleinen Leute" sein kann, die sich vor dem Hintergrund großer historischer Ereignisse abspielt und in sie verwoben ist.

Auf diese Art Familienforschung zu betreiben, das war und blieb auch weiterhin die Motivation der Arbeitsgruppe. So war es unumgänglich, das dörfliche Umfeld in die Forschung und damit auch in die Sammlung einzubeziehen, z.B. die Festschriften der Vereine und Kirchengemeinden, die heimatgeschichtliche Literatur und die zahlreichen Urkunden, Verträge und Bescheinigungen, die das menschliche Leben in guten und schlechten Tagen begleiten. Da ist schon einiges zusammen gekommen, auch an Zeitungsartikeln, Zeitschriften und sonstigen Informationen, so dass der kleine Raum, der den Mitarbeitern der Arbeitsgruppe in der Bezirksverwaltung Arheilgen zur Verfügung steht, schon bald zu eng wurde, zumal auch die "Moderne" in Form von Kopiergerät und Computer ihren Einzug hielt.

Besonders wichtig sind jedoch die ca. 1o.000 Fotografien. Sie erschließen uns schon heute ein Stück Geschichte unseres Dorfes bzw. Stadtteils, das den Menschen früher verborgen geblieben wäre. Vielleicht hat man noch gar nicht richtig begriffen, was es bedeutet, dass man die Bilder des Lebens, die so rasch vergehen, in ihren flüchtigen Augenblicken festhalten und bewahren kann.

Die Gruppe hat aber die Sammlung nicht nur aufgebaut, sondern auch stets damit gearbeitet, indem sie Ausstellungen, Führungen und Diavorträge organisiert und Zeitungsberichte und einige Bücher anhand des Materials verfasst hat.

Da, wie schon erwähnt, die räumlichen Bedingungen ungenügend und die meisten Mitarbeiter in einem sehr fortgeschrittenen Alter sind, hat sich die Gruppe kürzlich entschlossen, die Arheilger Mitbürger/innen zur Gründung eines Geschichtsvereins aufzurufen. Dass dies gelungen und auf Anhieb eine ansehnliche Zahl von Mitgliedern zusammen gekommen ist, freut die Gruppe, die nun guten Mutes ist, dass die Arbeit weiter geht, mehr noch, dass man sie erweitern und auf eine breitere Basis stellen kann. Am Mittwoch , dem 12. März 2008, wurde der Arheilger Geschichtsverein gegründet.